Mittwoch, 8. Oktober 2008

Manche Einsätze sind ...

.. alltäglich, schön ( ja, auch das gibt es ! ), manche aufregend, kurz oder langwierig, stressig oder Routine !

Dann gibt es wieder Einsätze, die sind einfach nur Sch....e !!!!

Heute Nacht war mal wieder einer der letzten Kategorie :

Alarmierung lautete = "Stark blutende Verletzungen im Gesicht"

Eigentlich im Einsatzgebiet einer Außenwache, welche jedoch gerade im Einsatz war - also mussten wir hin. 18 Kilometer Anfahrt mit Blaulicht auf Bundes- und Landstrasse, zwischendurch ein paar fiese Nebelbänke.

Am Einsatzort eingetroffen sahen wir im Scheinwerferlicht unseres Rettungswagen ein halbes Dutzend spärlich bekleidete Leute rumstehen und ein mit Wolldecken bedeckten am Boden liegenden Menschen. Kaum waren wir ausgestiegen, da prasselten verschiedene Aussagen auf uns ein : Ein Knall hätte sie geweckt, "der da blutet sehr", der Knall sei ein Schuss gewesen, Polizei wäre auch gerufen worden, wo die Feuerwehr bliebe

Meine Kollegin und ich knieten uns neben den Verletzten und sahen im Licht unserer Maglite`s einen wimmernden Mann dem der gesamte Unterkiefer fehlte. Eine Pulskontrolle ergab einen flachen schnell flatternden Puls. Die Kollegin orderte per Funk den Notarzt und die Kripo nach, da die Verletzung eindeutig eine Schußverletzung war. Vorsichtig wurde nun der gesamte Körper inspiziert und nach weiteren Verletzungen gesucht = keine zu finden !! GUT !! Nun den Mann so sachte wie möglich auf unsere Trage und anschließend in unseren RTW verbracht.

Dort, bei wesentlich besserer Ausleuchtung, war das Ausmaß der Schußwunde genauer zu sehen = kein schöner Anblick ! Schnell waren zwei großlumige Venenzugänge gelegt und die Infusionen halfen allmählich den Blutdruck zu steigern. Ein starkes Schmerzmittel verabreicht und den Patienten zwischendurch befragt : Wer das gewesen sei - Patient deutet auf sich, Unfall - abwinken, Selbstmordabsicht - Daumen hoch Die Intubation ist gerade vorbereitet, da öffnet sich die Seitentür des RTW und unser Doc steigt mit seinem typischen " Moin Leutz, watt habt ihr denn da Schönes?" zu uns. Das da kaum was Schönes vor ihm auf der Trage lag hat er dann auch sehr schnell gesehen. Nunja, die Intubation gelang flott und ohne Schwierigkeiten, der Patient "schlief" nun in Narkose, sein Kreislauf war stabil = Wohin mit ihm ??

Das nächstgelegene Krankenhaus mit Kieferchirurgie konnte nicht aufnehmen = OP besetzt, also mussten wir den Patienten in ein ca. 90 Kilometer entferntes Krankenhaus transportieren !! Rettungshubschrauber nicht drin = zuviel Nebel im Einsatzgebiet.

Der Transport verlief ohne Komplikationen, bei Ankunft klappte die Übergabe reibungslos ( ist leider nicht immer der Fall !!! ). Nachdem wir dann unsere Ausrüstung wieder im RTW hatten, wollten wir natürlich so schnell wie möglich wieder zur unserer Wache - wurden aber noch vor Verlassen des Krankenhausgeländes von zwei Kripo-Beamten angehalten und so durften wir noch ein paar Minuten die obligatorischen Fragen beantworten. Irgendwann waren wir dann wieder auf der Wache, "klarierten" den RTW, schrieben die notwendige Dokumentation zu Ende und stellten fest = dieser Einsatz hat 4,5 Stunden gedauert !!!!

In den nächsten Tagen treffen dann bestimmt noch Anhörungsbögen oder Termine für Zeugenvernehmung ein. Manche Einsätze sind ganz einfach nur ....... !

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